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Technische Betriebswirtschaft

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zum „Staatlich geprüften Techniker“ im  Schwerpunkt „Technische Betriebswirtschaft“ an.
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„Es scheint, als gehe Brandschutz vor Pädagogik"
Bildung: Leiter der sechs Darmstädter Berufsschulen werfen der Stadt „Entscheidungsunfähigkeit" vor

Darmstädter Echo 28.03.2009

Die Leiter der sechs Darmstädter Berufsschulen sehen sich von der Stadt ins Abseits gestellt. „Wir sind verärgert", sagt Kurt Kiesel, Leiter der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule und Obmann für diese Schulform. Der Schulträger mache keine Anstalten, Signale für eine zügige Umsetzung des im Herbst 2006 von den Stadtverordneten beschlossenen Berufsschulentwicklungsplans auszusenden. Kiesel: „Die Entscheidungsunfähigkeit der Stadt ist unerträglich."

 

Der Sprecher der Berufsschulen kritisiert, der Schulträger verkenne offensichtlich deren Stellenwert. Allein 12000 Jugendliche und Erwachsene besuchten die sechs Schulen, alle anderen Schulformen zählten insgesamt 19000 Schüler. Man habe allen Grund zur Annahme, dass dem aktuellen Berufsschulentwicklungsplan für dessen Umsetzung 56 Millionen Euro veranschlagt sind ein ähnliches Schicksal drohe wie seinem 1992 verabschiedeten Vorgänger. Kiesel: „Davon ist nichts umgesetzt worden." Dabei habe man Anfang der siebziger Jahre mit dem Konzept für das Berufsschulzentrum Nord „den richtigen Weg" eingeschlagen.

Die Freude über den Anschub, den der neue Plan durchaus gegeben habe, sei inzwischen Ernüchterung und Enttäuschung gewichen. Die Schulleiter sind der Ansicht, die Stadt habe sich „faktisch davon verabschiedet, in der beruflichen Bildung Oberzentrum zu sein", sagt Kiesel. Der Landkreis sei ein gutes Stück weiter. Mit Hinweis auf die aktuelle Diskussion zum Schulbausanierungsprogramm ergänzt Kiesel: „Es hat den Anschein, als gehe Brandschutz vor Pädagogik." Doch unter den aktuellen Bedingungen Raummangel, veraltete technische Ausstattung sei zeitgemäßer Unterricht nicht möglich. Kiesels Kollege Günther Häfner (Martin-Behaim-Schule) fordert vom Schulträger Verlässlichkeit ein. „Wir sind im Modellprojekt Selbstverantwortung plus und da muss man wissen, wohin die Entwicklung geht. Die Stadt muss mit offenen Karten spielen.

" Häfner betont, die Kritik beziehe sich auf die Abläufe innerhalb der Verwaltung und zwischen den Ämtern, nicht auf die Verwaltung selbst.

Gerhard Bruckmann (Erasmus-Kittler-Schule) nennt ein Beispiel, das bezeichnend sei für die offenkundige Konzeptionslosigkeit: Die für die Mornewegstraße geplante Sporthalle, die im Zuge des Berufsschulentwicklungsplans als erste Maßnahme umgesetzt werden soll. „Solange die nicht steht, bezahlt die Stadt jedes Jahr 80000 bis 100000 Euro Transportkosten, um die Schüler zur Hirtengrundhalle zu fahren." Bruckmann und Karlheinz Reeg (Peter-Behrens-Schule) befürchten, dass aufgrund sich verschlechternder Bedingungen bei gleichzeitig wachsender, besser ausgestatteter Konkurrenz

auch im Landkreis Berufsfelder dauerhaft wegbrechen. „Wir spüren das beispielsweise bei der Ausbildung zum Mechatroniker", sagt Bruckmann. In Reegs Schule hat die Schülervertretung in dieser Woche 1000 Unterschriften an Schuldezernent Dierk Molter auf den Weg gebracht, wie Sprecher Alexander Kübler berichtet. Die bauliche Verfassung der Schule sei allgemein in einem sehr schlechten Zustand", Werkstätten seien veraltet. Eine praxisnahe Ausbildung erfordere jedoch fachgerechte Ausstattung, heißt es in einem Schreiben an Molter.

Dieter von Atens (Friedrich-List-Schule) bemängelt die raumklimatischen Bedingungen an seiner Schule. Die Innenräume seien sommers wie winters überheizt, es gebe Klagen über Kopfschmerzen, Augenbrennen, Heiserkeit. Viele Räume ließen sich nicht abdunkeln, was die Unterrichtsqualität stark mindere. Auch Eleonore Jungmann-Ginkel (Alice-Eleonoren-Schule) klagt über veraltete Räume und kritisiert, dass unter den derzeitigen Bedingungen keine Planung möglich sei.

Gelegenheit zum direkten Gespräch auch über dieses Thema war gestern, als sich die Dezernenten Dierk Molter und Dieter Wenzel auf Anregung von Schulleitern in kleiner Runde trafen („Bildungsbeirat"), in der jede Schulform vertreten war.