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Mit der EU ins Ausland PDF Drucken E-Mail

Kaufmännische Assistenten berichten über ihre berufsbezogene Praktika in
Spanien, Frankreich, Irland und Schottland


– EU-Programm „Leonardo da Vinci“ macht es möglich –


Soukaina Ouakili (20) und Larissa Brancatelli (18) sind erst seit Sonntag wieder zurück aus San Sebastian in Spanien.
Noch ganz frisch sind ihre Eindrücke von ihrem dreieinhalbmonatigem Auslandsaufenthalt, der ihnen durch das EU-Programm „Leonardo da Vinci“ ermöglicht wurde.
So fiel es ihnen leicht, rund 200 Schülern aus ganz Hessen am Dienstagmittag in der Friedrich-List-Schule von ihren Erlebnissen zu berichten - von Rollenspielen und Grammatikstunden an der Sprachschule, Nachmittagen am Strand, Abenden in Tapas-Bars und ihrem Arbeitsalltag.
„Ich habe auf jeden Fall mehr gelernt als in der Ausbildung“, ist Soukaina Ouakilis Fazit.

 

EU-Unterstützung deckt 70 Prozent der Kosten
 

Die Berufsschule organisiert, vom Kulturministerium dazu beauftragt,
seit 1991 berufsbezogene Auslandspraktika in Spanien, Frankreich, Irland und Schottland.
Die Absolventen kaufmännischer Ausbildungsberufe können ach ihrem Abschluss mit dem EU-Programm „Leonardo da Vinci“ ins Ausland. Die Europäische Union unterstützt die Teilnehmer mit einem Stipendium, das rund 70 Prozent der Kosten abdeckt.
Nach einem dreiwöchigen Sprachkurs geht es ins kaufmännische
Praktikum.

Die Teilnehmer berichten von Sekretariatsaufgaben und Übersetzungsarbeiten, von ihrer Arbeit
bei einer Wohltätigkeitsorganisation oder in einem Reisebüro.

2009 entsandte die Friedrich-List-Schule 29 junge Hessen ins Ausland, 50 hatten sich beworben.
2010 soll es eine ähnlichgroße Gruppe werden. Mit dabei ist dann vielleicht auch Ayca Dumlu.
Die Siebzehnjährige macht derzeit eine Ausbildung mit der Fachrichtung Fremdsprachensekretariat.
Ihre Klasse hat den Nachmittag vorbereitet.


Englisch und Spanisch, das sind Ayca Dumlus Sprachen und so kann sie sich gut vorstellen, ins
spanische San Sebastian zu gehen: „Es ist wichtig, die Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln und
zu schauen, ob man alleine zurechtkommt.“ An diesem Mittagmöchte sie aber erst einmal die
Erfahrungen der anderen hören, bevor sie sich endgültig entscheidet.

Die gibt es zu Genüge. Begeistert erzählen die Teilnehmer von ihrem Aufenthalt, zeigen Fotos
von ihren Unterkünften in Gastfamilien und Studentenwohnheimen, beschreiben ihre Praktika
und Kollegen, das Leben in der jeweiligen Stadt, und gehen auf Probleme ein.

Vera Tripp beispielsweise landete zuerst bei einem Unternehmen, in dem nur Englisch gesprochen
wurde. „Dabei war ich doch extra nach Toulouse gegangen, um mein Französisch aufzubessern.“
Ein Wechsel des Praktikumsplatzes war schnell organisiert. Betreuer vor Ort machten es möglich.
Auch Eric Troll zeigt sich begeistert: „Ich kann nun fließend Französisch sprechen.“ Probleme, vor
Leuten etwas zu präsentieren, habe er nun nicht mehr, denn: „Das musste ich täglich gegenüber
den Kunden tun.“ Lehrer Dieter Gotthardt, der das Programm an der Friedrich-List-Schule betreut,
beobachtet häufig, dass die Teilnehmer verändert zurückkommen.
„Sie haben sich persönlich weiterentwickelt.“

Kein Wunder, wie er findet, denn oft direkt aus dem Elternhaus heraus ins Ausland zu gehen,
das sei eine Herausforderung. So sei nicht nur der Ausbau der sprachlichen Fertigkeiten ein Ziel
des Programms, sondern auch die Vermittlung einer internationalen Berufskompetenz, sprich
interkulturelle Erfahrungen. Neu ist nun, dass der Auslandsaufenthalt auf sechs Monate
ausgeweitet werden kann. Viele Teilnehmer der vergangenen Jahre hätten sich einen längeren
Aufenthalt gewünscht, berichtet Dieter Gotthardt. Außerdem müssten diejenigen, die neben der
Ausbildung eine Fachhochschulreife machen, zur Anerkennung ein sechsmonatiges Praktikum
vorweisen.

Ob in Spanien, Frankreich, Schottland oder Irland – das Praktikum wird anerkannt.

(aus: Darmstädter Echo 17.12.2009)

Die Informationsbroschüre zur Ausbildung Zweijährige Höhere Berufsfachschule für Kaufmännische Assistenten  - Fachrichtung
Fremdsprachensekretariat können Sie hier herunterladen.